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Willkommen auf der Internetseite des Fördervereins des Archivwesens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens V.o.G.

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Den aktuellen Jahresbericht des Jahres 2019 finden Sie unter folgendem Link: Tätigkeitsbericht 2019

 

Der Förderverein

Der Föderverein des Archivwesens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens V.o.G. wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, den Ankauf, die Konservierung, Restaurierung, Bearbeitung und Erschließung von Archivgut zu fördern, das sich auf die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens bezieht und im Staatsarchiv Eupen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Mitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden, die die Zielsetzung der Vereinigung befürwortet und den festgesetzten Jahresbeitrag, von zur Zeit 25 Euro bezahlt.

Mitglieder werden zur jährlich stattfindenen Generalversammlung eingeladen und erhalten den vier mal im Jahr erscheinenden newsletter „Aktenplan“, der über Neuigkeiten aus dem Staatsarchiv in Eupen und dem Archivwesen in Ostbelgien informiert. Zudem erhalten die Mitglieder die jährliche Jahresgabe, zumeist eine Publikation mit regionalhistorischem Thema.

Falls Sie an einer Mitgliedschaft interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen.

Den Jahresbericht des Fördervereins aus dem Jahr 2019 finden Sie unter folgendem Link: Tätigkeitsbericht 2019

Über das Staatsarchiv in Eupen

Das Staatsarchiv in Eupen ist eine der 18 über Belgien verteilten Dienststellen des Belgischen Staatsarchivs. Gemäß dem Standard ISAD(G) lautet seine Identifikation: „BE-A0531 (Staatsarchiv in Eupen)“.

Das Belgische Staatsarchiv gliedert sich in das Generalstaatsarchiv mit zwei Standorten in Brüssel als Hauptverwaltung, die drei in Brüssel ansässigen und für bestimmte Archivbestände zuständigen Dienststellen Archiv des königlichen Palasts, CegeSoma (Centre d’Études et de Documentation Guerre et Sociétés contemporaines/Studie- en Documentatiecentrum Oorlog en Hedendaagse Maatschappij) sowie Archivdienst für Kriegsopfer (Service Archives des Victimes de la Guerre/Dienst Archief Oorlogsslachtoffers) und darüber hinaus in 14 Staatsarchive mit Archivsprengeln in den Provinzen des Königreiches. Neben dem Staatsarchiv in Eupen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens sind dies in der Wallonie die Staatsarchive (Archives de l’État) in Arlon, Louvain-la-Neuve, Lüttich, Mons, Namur und Tournai und in Flandern die Staatsarchive (Rijksarchief) in Antwerpen-Beveren, Brügge, Gent, Hasselt, Kortrijk und Löwen. Für den Sprengel der Region Brüssel-Hauptstadt befindet sich das Staatsarchiv in Brüssel-Forest. Aufsichtsbehörde des Belgischen Staatsarchivs ist der Föderale Öffentliche Programmierungsdienst Wissenschaftspolitik.

Gemäß dem Belgischen Archivgesetz übernimmt, erhält und verwaltet das Staatsarchiv in Eupen das Archivgut der öffentlich-rechtlichen Einrichtungen und Körperschaften des belgischen Föderalstaates, die im Archivsprengel, der dem Gerichtsbezirk Eupen entspricht, ihren Sitz haben. Der Gerichtsbezirk Eupen ist seinerseits deckungsgleich mit den neun Gemeinden des deutschen Sprachgebiets, die ihrerseits die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens („Ostbelgien“) bilden: Amel, Büllingen, Bütgenbach, Burg-Reuland, Eupen, Kelmis, Lontzen, Raeren und Sankt Vith. Zu den Föderalen Öffentlichen Diensten, die eine Außenstelle im Sprengel unterhalten, zählen der FÖD Finanzen („Finanzverwaltung“ mit den Finanz- und Steuerämtern sowie dem Zoll), der FÖD Justiz („Justizverwaltung“ mit den Gerichten und der Staatsanwaltschaft) und der FÖD Inneres („Innenministerium“ mit der Föderalen Polizei u.a.).

Gleichzeitig haben auch acht der neun Gemeinden des deutschen Sprachgebiets von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre historischen Akten als Deponat an das Staatsarchiv abzugeben.[4] Der Bestand an staatlichen Unterlagen hat durch dieses kommunale Schriftgut eine bedeutende Erweiterung erfahren. Als weitere wichtige Überlieferung kommen Unterlagen der kirchlichen Einrichtungen aus dem Sprengel, zum Teil als säkularisiertes Archivgut (Kirchenbücher), zum Teil als Deponate hinzu. Darüber hinaus bewahrt das Staatsarchiv privates Archivgut von natürlichen und juristischen Personen, die ihren Sitz oder Wohnort im Sprengelgebiet hatten beziehungsweise haben.

Als einziges belgisches Staatsarchiv übernimmt das Staatsarchiv in Eupen zudem die dauerhaft archivwürdigen Unterlagen eines föderalen Gliedstaates, nämlich der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Die ostbelgische Regierung hat bisher auf den Erlass eines eigenen Archivdekrets und die Einrichtung eines eigenen „Gemeinschaftsarchivs“ verzichtet. Stattdessen wurde 2013 eine Zusammenarbeitskonvention zwischen dem Belgischen Staatsarchiv und der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft unterzeichnet, durch die das Staatsarchiv in Eupen in die Lage versetzt wurde, als Föderale Behörde die Aufgabe eines „Landesarchivs“ der Deutschsprachigen Gemeinschaft wahrzunehmen. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen im Ministerium bzw. den anderen Öffentlichen Diensten der Deutschsprachigen Gemeinschaft werden die entsprechenden Unterlagen ggf. bewertet und durch das Staatsarchiv in Eupen übernommen. Hierzu stellt die Deutschsprachige Gemeinschaft seit 2017 finanzielle und personelle Ressourcen, die in einem ergänzenden Zusammenarbeitsabkommen geregelt wurden, zur Verfügung.

Quelle: P. Quadflieg, Die Bestände des Staatsarchivs in Eupen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Brüssel 2019, S. 11 f.

Die Historische Bibliothek des Födervereins

Die dem Staatsarchiv in Eupen angegliederte Bibliothek besteht aus verschiedenen Beständen. Den weitaus größten Teil nimmt die Historische Bibliothek des Fördervereins des Archivwesens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft V.o.G. ein. Sie ist eine der anerkannten Fachbibliotheken in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Der Schwerpunkt der Sammlungen liegt auf regionalhistorischen Publikationen aller Art (von Fachabhandlungen bis hin zu Festschriften).

Die Bibliothek entstand 1998 aus der Zusammenführung der Dienstbibliothek des Staatsarchivs und der historischen Bibliothek der Stadt Eupen. Sie wurde in den folgenden 20 Jahren ergänzt und wächst durch Ankäufe, Deponate und Schenkungen von öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen aus Ostbelgien weiter. So haben das Medienzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die Stadt Eupen, verschiedene Schulen, das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die Pfarrbibliothek der katholischen Pfarre St. Nikolaus Eupen sowie weitere katholische und evangelische Pfarren, der ehemalige Rektor des Collège Patronné Robert Ernst und die Pater Damian Schule ihre Altbestände teilweise in die historische Bibliothek integriert. Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat zudem die „Sammlung Argenteuil“, die aus deutschsprachigen Büchern der Familie König Leopold III. besteht, im Staatsarchiv deponiert. Insgesamt umfasst die Bibliothek über 50.000 Bibliothekseinheiten und hat einem Gesamtumfang von ca. 1.300 lfd. m, was sie zu einer der größten Bibliotheken aller Standorte des Belgischen Staatsarchivs macht.

Neben der Bibliothek des Fördervereins bilden Buch- und Zeitungs- bzw. Zeitschriftenanteile von Archivbeständen die weiteren Teile des Bibliotheksbestandes des Staatsarchivs. Die ursprünglichen Bibliotheken wurden dabei als Bestände erhalten, sodass ihr Zusammenhang bis heute nachvollziehbar geblieben ist. Themenschwerpunkte der Sammlungen sind die Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft, ihre Teilgebiete Eupener Land und belgische Eifel, das regionale Umfeld (Euregio Maas-Rhein) und der Raum Rhein-Maas-Mosel. Darüber hinaus verfügt die Bibliothek über eine Sammlung von für die Region bedeutenden Gesetzeswerken, beginnend mit dem limburgischen und luxemburgischen Gewohnheitsrecht des 17. Jahrhunderts, über die Gesetzgebung der französischen (1794-1814) und der preußischen Zeit (1815-1920) bis zur belgischen Gesetzgebung im 20. Jahrhundert. Die Bibliothek im Staatsarchiv in Eupen ist eine Präsenzbibliothek. Seit Mai 2014 ist sie an den Media-DG-Verbund der Bibliotheken und Mediotheken in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens angeschlossen. Der Bibliotheksbestand ist nahezu vollständig über den Online-Gesamtkatalog des Verbundes (www.mediadg.be) erschlossen.


Weitere Informationen

E. Herrebout, Raritäten und Kostbarkeiten aus der Historischen Bibliothek der Stadt Eupen, Eupen 1999.
P. Quadflieg, Die Bestände des Staatsarchiv in Eupen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Brüssel 2019, S. 636-637.

Projekte

An dieser Stelle informieren wir Sie demnächst über die aktuellen Projekte des Fördervereins und Ihre Möglichkeit den Kulturgutschutz in Ostbelgien aktiv zu unterstützen.